Kundenfallen

Immer wieder lese ich, wie Fotografen über ihr Equipment reden. Reden… mh… sagen wir eher prahlen. Ich möchte heute etwas ganz Wichtiges loswerden. Für alle Brautpaare oder jeder der Fotos von sich haben möchte – bitte lasst euch nicht umgarnen, wenn ein Fotograf versucht euch mit seinem teuren Fotoequipment zu locken. Nur weil die Kamera einen hohen vierstelligen Betrag gekostet hat, heißt das noch lange nicht, dass eure Fotos auch garantiert grandios werden. Trotz, dass ich dieses Handwerk gelernt habe, bin ich absolut nicht gegen self-made Fotografen. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, es ist heutzutage mehr als einfach eine Spiegelreflexkamera zu kaufen und sich Fotograf zu nennen. Man benötigt keine Ausbildung oder eine Erlaubnis um sich ein Biest von Kamera anzuschaffen. Schnell kann man als Outsider der Fotowelt (Pardon an alle – ich meine das nur trocken ausdrücken zu wollen) in die Falle geraten, einen solchen Fotografen wegen seines Equipments zu bevorzugen.

Ich habe ein ganz hervorragendes Beispiel von Lara Jade (Profifotografin aus New York) entdeckt. Lara hat vor Kurzem für DigitalRev in Hong Kong eine kleine Challenge angenommen. Sie sollte mit einer Kinderspielzeugkamera ein Fotoshooting machen – mit einem Profimodel in sehr sehr teuren Designerkleidern. Das wird doch nichts! – Denkt man sich da. Mit solch einer Kamera kann man so etwas nie schaffen! – Falsch gedacht. Trotz der sehr niedrigen Auflösung dieser 0.3 Megapixel Kamera (Ja, das erste iPhone hatte mit 2 Megapixel eine höhere Auflösung), hat Lara bewiesen, dass es auf das Fotografenauge ankommt und nicht die Kamera. Wer sich von dem Video selbst überzeugen möchte, klicke hier.

Lasst euch also bitte nicht von großen Objektiven, teure Kamerabodies, oder Blitzen blenden. Klar zum richtigen Zeitpunkt ist auch dieses Equipment wichtig. Aber grundsätzlich ist das Wissen, wie man die Kamera bedient, – und hier meine ich nicht nur das an- und ausschalten oder den Automodus auf Manuell zu stellen, sondern alles, was die Kamera zu bieten hat, die Nachbearbeitung – mit Photoshop, Lightroom oder sonstige Profisoftware (das kostenlose Programm was auf der CD kam zählt nicht ok?!) und selbstverständlich das richtige Posenwissen wichtig. – Wer nicht weiß, wie man seine Kunden hinstellen kann, hat schon mal bei den Ladies Punkte verloren. ;)

Seid ihr also mit dem Endproduk zufrieden, stimmt die Nachbearbeitung und habt ein gutes Gefühl bei der Fotografenauswahl, dann seid ihr auf dem richtigen Weg.

Lara Jade Hong Kong

Photo credit and all rights: Lara Jade