ZWISCHEN EXTREMER VORFREUDE UND TRAGISCHER ERNÜCHTERUNG.

Nach wochenlangem Emailkontakt mit den netten Mitarbeitern von Zeiss gelang es uns, einen Termin für 3 Testwochen zu finden. Wir durften 3 von mir ausgewählte Objektive testen.
Lang habe ich überlegt, was schreibe ich am besten in diesem Beitrag über die Objektive? Soll ich jetzt wirklich bis in kleinste Detail darüber berichten, wie schwer die Linsen sind oder aus welchem Material sie bestehen? Ich werde nichts von alle dem berichten, da jeder sich die Details genauestens auf den Seiten von Zeiss nachlesen kann.
Vielmehr ist es doch wichtig, wie kam ich mit den Objektiven zurecht? Gibt es Vor- oder Nachteile gegenüber anderen Objektiven anderer Herstellern? Genau darum soll es sich in den folgenden Zeilen drehen.Meine Vorfreude war riesig. Das könnt ihr mir glauben. Als ich die Objektive auspackte und auf den Tisch stellte, bemerkte ich bereits, wie massiv die Linsen gebaut sind. Ich habe jetzt nicht jedes Objektiv gewogen, doch merkt man die Linsen von Zeiss mit jeder Stunde mehr die ins Land geht, wenn man z.b. ein Portraitsshooting schießt. Mir persönlich schmeckt es sehr, wenn Kamera und Objektiv zusammen etwas schwerer sind, da für mich beides besser in den Händen liegt. Jedenfalls rastete zu allererst das 35mm an der Nikon ein, welches auch gleich das Schwerste ist. Fotografiert habe ich eine Blume. Dies tat ich auch mit den anderen beiden Linsen. So weit so gut. Der Schärfepunkt hat gesessen, die Schärfe war richtig gut und das Bokeh Weltklasse. Doch dann kam die totale Ernüchterung. Mit einem Kumpel zog ich durch Celle und wollte die 3 Gläser auf Herz und Nieren prüfen. Nun, da Bildeck viel mit Menschen zu tun hat, dachte ich mir, fotografierst du doch einmal einen Mensch. Thorsten stellte sich vor traumhafter Kulisse auf und ich begann an ihn, im Sucher zu finden und scharf zu stellen. Die totale Ernüchterung holte mich ein. Keines der Fotos an diesem Tag wurde scharf. Mal waren die Haare, dann der Hintergrund und zum Schluss mal die Nase scharf. Fein dachte ich, das kann ja nur besser werden. Abends sichtete ich die Fotos am Rechner und stellte fest, dass ich bei jedem gemachten Bild nicht weit von meinem Ziel, scharfe Augen, entfernt war. Die Nikon zeigt mir zwar an, wann der Schärfepunkt sitzen sollte, doch ist dieser Bereich doch sehr groß. 1-2mm kann man da schon am Stellrad noch drehen, bevor der Punkt im Sucher verschwindet.

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Nach ein paar belanglosen Fotos zu Hause ging es in den 3 Wochen nach Lübeck zu einem Paarshooting. Ich versteckte mich nicht hinter meinem Autofokus und knipste mit dem 135mm los und brachte erste sehenswerte Ergebnisse zustande. Gleiches gelang mir auch mit dem 50 und 35mm. Die Schärfe aller 3 Objektive ist wunderbar, das Bokeh heftig gut und der Kontrast gewohnt hoch. Letzteres überraschte mich sehr, auch bei der anschließenden Bearbeitung der Bilder am Rechner. Mit einer guten Auswahl an Bildern verabschiedeten wir uns aus Lübeck und fuhren wieder zurück nach Celle.
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In der 2. Testwoche fotografierten wir ein Homeshooting. Trotz des wenigen Lichts holten wir das Beste aus den Bildern heraus. Die lichtstarken Linsen von Zeiss kamen uns in dieser Situation sehr gelegen. Mit dem manuellen Fokussieren funktionierte es nun immer besser und besser. Einzig an der Schnelligkeit müssen wir noch Abstriche hinnehmen.

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In der letzten Woche des Tests fuhren wir 300km nach Duisburg zu Marc. Marc ist ein Zeisslinsenliebhaber, dem ich es zu verdanken habe, mich in eines der Linsen verliebt zu haben. Danke dir dafür. Auch hier in Duisburg konnte ich die Objektive unter den verschiedensten Lichtverhältnissen ausgiebig testen und mein bereits erlerntes Handling verbessern. Dennoch könnte es etwas schneller von der Hand gehen, aber angesichts der wenigen Wochen, ging das völlig in Ordnung.

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Mein Fazit:

Was mir noch sehr schwer im Magen liegt, ist der hohe Preis. Auch wenn man für das viele Geld massive Objektive aus Metall bekommt, welche zu dem hervorragend verarbeitet sind, würde ich mir den Kauf mehrmals durch den Kopf gehen lassen. Die Objektive bringen eine unglaubliche Schäre mit und ein traumhaft schönes Bokeh. Sie sind lichtstark, wobei es arg schwierig ist, bei einer Blende von 1,4 den Schärfepunkt exakt zu treffen. Ich selbst fotografierte oftmals mit einer Blende von 2 oder gar 2,8. Das ist erstaunlicherweise kein Vergleich zu meinem 35mm. Da wirkt die 2,8 blende schon sehr dunkel. Wenn man im Internet Labortests liest, dann wird man schnell lesen, dass andere und viel günstigere Objektive von Nikon teilweise besser abschneiden. Wie sagte ein Kumpel, es kommt auf das Feeling drauf an. Er hat in diesem Punkt recht, irgendwie. Letztlich macht es sehr viel Spaß mit den Objektiven zu arbeiten. Sie leisten total gute Arbeit und sehen zu dem noch gut aus. Auch an der Kamera. Für unsere Tests verwendeten wir eine Nikon D7000 und eine D300s. Für alle Videofans die Linsen eignen sich auch sehr gut zum Filmen.

PS: Am Ende haben sich die 21,90€ Versandgebühren gelohnt, nicht nur wegen der Erfahrung mit Zeiss.


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